Türkei
Besondere Hinweise
Letzte Änderung: 14.02.2008
Allgemein: Erhöhte Sicherheitsgefährdung
und im Speziellen: Hohe Sicherheitsgefährdung für SO-Anatolien!
Das Außenministerium rät im Lichte der Entwicklungen im Grenzgebiet zum Irak von nicht unbedingt notwendigen Reisen in die SO-Türkei ab.
Sicherheit
Allgemein wird auf die erhöhte Sicherheitsgefährdung hingewiesen. (Unverändert seit 2.10.2006)
Die türkischen Streitkräfte haben seit Dezember 2007 wiederholt Militärschläge gegen die PKK im Nordirak aber auch innerhalb der Türkei durchgeführt.
Im Osten und Südosten der Türkei kommt es seit mehreren Jahren laufend zu Zusammenstößen zwischen der PKK und türkischen Sicherheitskräften mit zahlreichen Todesopfern und Verletzten. In den Provinzen Hakkari, Siirt und Sirnak wurden Gebiete befristet zu Sicherheitszonen erklärt Reisen in des Südosten des Landes sollten auf ihre Notwendigkeit hin geprüft werden.
Auch in den großen Städten der Türkei gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Terroranschläge, die meist auch Todesopfer forderten (Diyarbakir 4. 1. 2008; Istanbul 25.12. 2007 und 10. 12. 2007; Ankara 22.05.2007, Izmir 11. 5. 2007). 2006 hatte es mehrere Sprengstoffanschläge in großen Städten und touristischen Zentren gegeben (Istanbul, Marmaris, Antalya, Cesme bei Izmir, Kusadasi an der Ägäisküste südlich von Izmir, Manavgat in der Provinz Antalya).
Von einer erhöhten Anschlagsgefahr in Großstädten und touristischen Zentren ist auszugehen. Bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist besondere Vorsicht walten zu lassen. Sicherheitsvorkehrungen auf hohem Niveau signalisieren die angespannte Sicherheitslage im gesamten Land.
Zusätzlich zur erhöhten Gefahr von Terroranschlägen hat sich die allgemeine Sicherheitssituation in Istanbul dramatisch verschlechtert. So wurden in der Vergangenheit auch österreichische Touristen bzw. Touristinnen vermehrt Opfer dieser erhöhten Kriminalität. Es wird vor allem vor Diebstählen und Raubüberfällen in Istanbul gewarnt. Aufgrund des starken Anstiegs der Kriminalität haben mehrere Generalkonsulate die Sicherheit von Istanbul heruntergestuft. Touristen, die mit dem Auto nach Istanbul kommen wollen, wird empfohlen, ihren PKW immer an einem bewachten Parkplatz oder in einer Garage abzustellen. Ferner ist es für Frauen nicht empfehlenswert, Handtaschen zu tragen, sondern sich Gürteltaschen umzuschnallen. Vorsicht ist nunmehr für Frauen geboten, die alleine oder in Begleitung einer Freundin in Istanbul ausgehen. Um die Gefahr von sexuellen Übergriffen auf Reisende in Touristenzentren bestmöglich abzuwenden, wird die Respektierung ortsüblicher Traditionen unter anderem bei der Wahl der Bekleidung dringend angeraten. In allen Fällen wird empfohlen, den Reisepass beim Ausgehen nicht mitzunehmen, sondern im Hotel zu lassen. Statt des Reispasses sollte eine Visitenkarte des Hotels, auf der der Name des Hotelgastes vermerkt ist, und eine Fotokopie des Reisepasses mitgeführt werden. Es sollte nur wenig Bargeld mitgeführt werden. Ebenso sollte vom Tragen wertvoller Schmuckgegenstände abgesehen werden. In allen guten Hotels kann ein Zimmersafe gemietet werden, in dem Reisepass, Flugticket, Schmuck und Bargeld aufbewahrt werden kann. Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf größeren Verbindungsstrassen, sind mit erhöhten Gefahren verbunden und sollten vermieden werden.
Es wird darauf hingewiesen, dass Drogenschmuggel in und aus der Türkei wie auch der illegale Drogenkonsum mit hohen Gefängnisstrafen geahndet werden kann. Von der Mitnahme von anvertrauten Paketen ist daher auf das Dringendste abzuraten.
Generell besteht in mehreren Regionen der Türkei (Südosten, Bosporus-Region) erhöhte Erdbebengefahr. Entsprechende Hinweise wären zu beachten.
Eine Rücksichtnahme auf islamische Sitten und Gebräuche, vor allem in Hinblick auf die Bekleidung und insbesondere beim Besuch von Moscheen ist angebracht. Dies gilt in hohem Maße für ländliche Gebiete außerhalb der klassischen Tourismuszonen. Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit einer erhöten Sicherheitsgefährdung begeben möchte, muss sich der Gefährdung bewusst sein. In diesem Fall wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheitslage vor Ort genauestens zu informieren und diese gegebenenfalls während des Aufenthaltes regemäßig zu überprüfen.
Einreise
Reisende benötigen ein Visum, das entweder bei der für Österreich zuständigen Vertretungsbehörde des Landes (Gebühr: EURO 60,--) oder direkt an der Grenze (empfehlenswert, da das Visum auf diese Art und Weise schneller zu bekommen ist, Gebühr: EURO 15,--) beantragt werden kann. Es wird empfohlen, genau die entsprechende Summe bereitzuhalten. Reisende müssen ihre Wiederausreise (Rückflug- oder Weiterreiseticket) nachweisen können. Reisepässe müssen bei der Einreise in die Türkei noch mindestens 3 Monate ab Ablaufdatum des an der Grenze oder an den türkischen Auslandsvertretungen ausgestellten Visums gültig sein. Österreichern wird in der Regel ein 90 Tage gültiges Visum ausgestellt.
Inhaber Österreichischer Notpässe (cremefarben), müssen das für die Einreise benötigte Visum - vor Reisebeginn - an der Türkischen Botschaft in Wien oder an den Türkischen Generalkonsulaten in Salzburg bzw. Bregenz beantragen. Inhabern dieser Pässe darf kein Visum an den Grenzen bei Einreise erteilt werden. Aufgrund der bevorstehenden Urlaubssaison ist damit zu rechnen, dass zumindest bei der Türkischen Botschaft die Ausstellung des Visums 2 - 3 Tage dauern kann. Ein persönliches Erscheinen ist notwendig.
Reisenden, die nicht zu touristischen Zwecken oder Geschäftsreisen (z.B. Lastwagenfahrer, Journalisten) in die Türkei einreisen, wird an den Grenzen ebenfalls KEIN Visum ausgestellt. Auch sie müssen, vor Reiseantrit, das Visum an einer Türkischen Vertretungsbehörde beantragen.
Bei der Einreise sollte darauf geachtet werden, dass ein Einreisestempel im Reisepass angebracht wird, da es ansonsten zu Schwierigkeiten bei der Ausreise kommen kann.
Einfuhr
Unbeschränkte Einfuhr von Landes- und Fremdwährung (eine Deklarierung ist jedoch empfehlenswert). Geldwechsel ist in den meisten Hotels möglich, weiters in Banken und Wechselstuben. Kreditkarten werden weitgehend akzeptiert. Außerdem können bei vielen Bankomat-Automaten mit österreichischen Bankomatkarten Geldbeträge in der Landeswährung abgehoben werden. Gegenstände für den persönlichen Bedarf können zollfrei eingeführt werden (dazu gehören auch wahlweise 200 Zigaretten, 50 Zigarren, 250 Gramm Tabak sowie 7x7 cl bzw. 5x1 l Alkohol, wobei die Getränkesorten gemischt sein müssen). Wertgegenstände sollten bei der Einfuhr deklariert werden, um spätere Probleme zu vermeiden.
Ausfuhr
Die Ausfuhr vom Landeswährung und Fremdwährung ist nur bis zu einem Betrag von US Dollar 5.000,-- möglich (für höhere Beträge muss die Einfuhr nachgewiesen werden). Die Ausfuhr von ethnografischen, historischen und archäologischen Gegenständen (Antiquitäten, alte Münzen, Fossilien etc.) ist striktest untersagt. Bei ethnografischen Gegenständen (z.B. Teppiche, Kelims u. ä.) sollte im Zweifelsfalle ein Attest eines staatlichen türkischen Museums eingeholt werden. Es ist ebenfalls strengstens verboten, auf freiem Feld gefundene oder von „Händlern“ gekaufte und als Teile antiker Bauwerke oder ähnlichem identifizierbare Steine auszuführen. Polizei und Zollbehörden legen den Begriff "Antiquitäten" weit aus. Verstöße gegen diese Regelungen werden mit sofortiger Festnahme und Gefängnisstrafen geahndet, wie es in verschiedenen Fällen bereits geschehen ist.
Bitte beachten Sie bei der Einreise nach Österreich die geltenden Einfuhrbestimmungen.
Klima
Entsprechend der topographischen Vielfalt des Landes ist das Klima je nach Gebiet stark unterschiedlich. Nach Osten wird das Klima immer rauer. Die Schwarzmeerküste ist niederschlagsreich und verhältnismäßig kühl. An der ägäischen Küste und an der Mittelmeerküste mediterranes Klima. An der türkischen Südküste herrscht im Hochsommer sehr große Hitze! In Ankara und im anatolischen Hochland typisch kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern.
Ratschläge
Die geographischen und klimatischen Verhältnisse im Land verlangen keine grundsätzlich von der österreichischen verschiedene Lebensweise.
Gesundheit
Nur in den großen Städten sind einige Universitätskrankenhäuser und große Spitäler nach dem neuesten Stand eingerichtet, die medizinische Primärversorgung kann jedoch allgemein als ausreichend angesehen werden. Die sekundäre und postoperationelle Versorgung ist dagegen oft sehr mangelhaft und zwar aufgrund der sanitären Zustände in den Spitälern und der Hygienestandards, die nicht dem westlichen Standard entsprechen. Die Situation in den Privatkliniken, vor allem in der Hauptstadt und in Istanbul, ist besser. Mit zunehmender Entfernung von den Zentren nimmt die Qualität der medizinischen Versorgung ab. Das Österreichische St.Georgs-Krankenhaus in Istanbul wird von österreichischen Ordensschwestern geführt. Apotheken sind in ausreichender Anzahl vorhanden.
In jüngster Zeit wird auch in den großen Städten (Ankara, Istanbul) ein vermehrtes Auftreten von Typhus berichtet.
In Zentralanatolien ist in letzter Zeit vermehrt das durch Zecken übertragene „Krim Kongo Fieber“ aufgetreten. Als primäre Schutzmaßnahmen werden seitens der türkischen Behörden das Tragen langer Kleidung und fester Schuhe sowie das Auftragen von Insektenschutzmittel genannt.
Personen, die bestimmte Medikamente dauernd nehmen müssen, wird empfohlen, diese oder zumindest eine Liste der Inhaltsstoffe mitzunehmen, da in der Türkei vielfach nur Generika oder Medikamente mit anderen Bezeichnungen erhältlich sind.
Impfungen
Bei der Einreise sind keine Impfungen vorgeschrieben. Abgesehen von einem Basisschutzprogramm für alle Reisenden (Diphtherie/Tetanus/Polio, Hepatitis A und Typhus), empfiehlt das Institut für Tropenmedizin Wien (Tel. 403-83-43) jedoch für Individualtouristen und Camper eine vorbeugende Impfung gegen infektiöse Gehirnhautentzündung, Hepatitis B und Tollwut. Malariaprophylaxe in Südostanatolien, der Ebene von Adana und Mersin wird angeraten.
Vorsicht
Im allgemeinen genügt die Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen. Vorsicht ist beim Genuss von rohem Obst und Salaten angeraten, Leitungswasser sollte möglichst nicht getrunken werden. Vom Verzehr von rohem oder halbrohem Fleisch ist dringend abzuraten. Vorsicht ist bei Faschiertem und bei offener Eiscreme geboten. Frischer Fisch sollte im Landesinneren (wegen der langen Transportwege) nur im Winter gegessen werden. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, ist ratsam.
Versicherung
Das Sozialversicherungsabkommen Türkei - Österreich wurde im Oktober 1999 unterzeichnet. Mit einem vom österreichischen Sozialversicherungsträger ausgestellten, zwischenstaatlichen Betreuungsschein ist daher die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen in Spitälern der türkischen Sozialversicherung möglich.
Der Abschluss einer Zusatzversicherung für den Krankheitsfall und für einen allfälligen Heimtransport wird aber dringend nahegelegt, da ausländische Touristen sehr oft in die vom medizinischen Betreuungsstandpunkt besseren Privatkliniken eingewiesen werden. Eine Zusatzversicherung ist vor allem auch für Krankenrückholtransportflüge, die von mehreren österreichischen Gesellschaften angeboten werden, sehr ratsam.
Verkehr
Gut ausgebautes Straßen- und Flugnetz. Das Eisenbahnnetz ist schwach ausgebaut und die Reisegeschwindigkeit niedrig. Bei Autofahrten sind der österreichische Führerschein und die Zulassung mitzuführen. Die Grüne Versicherungskarte ist verpflichtend, ansonsten muss eine Haftpflichtversicherung an der Grenze abgeschlossen werden. Es gelten 0,5 Promille (für PKW ohne Anhänger, sonst 0,0 Promille). Die Straßenverkehrsregeln entsprechen den österreichischen, werden aber außerordentlich häufig mißachtet, weswegen äußerste Vorsicht und defensives Fahren, besonders nachts, geboten sind.
Weitere Informationen finden Sie http://de.wikipedia.org/wiki/Istanbul
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