|
Äthiopien
Für Äthiopien wird auf erhöhte Terrorgefahr hingewiesen. Es wird befürchtet, dass auch touristische bzw. westliche Einrichtungen Ziel von Anschlägen werden könnten. In letzter Zeit wurden die Sicherheitsvorkehrungen durch die Behörden verstärkt, erhöhte Vorsicht ist dennoch immer und überall angeraten, größere Menschenansammlungen sollten gemieden werden.
Die Sicherheitslage ist allgemein labil, Verschlechterungen sind kurzfristig in allen Landesteilen möglich. Die politischen Spannungen entladen sich immer wieder in spontanen Demonstrationen und Ausschreitungen. Spannungen zwischen verschiedenen Volksgruppen führen immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die oft erst durch den Einsatz der Sicherheitskräfte beendet werden können.
Partielle Reisewarnung für die Regionen Somalia und Afar (insbesondere Danakil-Senke).
Besonders instabil ist die Lage in der Region Somali (Kämpfe zwischen Rebellengruppen und dem Militär, mehrere Bombenexplosionen in jüngster Zeit). Von Reisen in die Region Somali wird daher aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten.
Am 2. März 2007 wurden in der Danakil-Senke (Region Afar nahe der Grenze zu Eritrea) europäische Bürger entführt. Obwohl sie relativ rasch frei gelassen wurden und die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt haben, wird von Reisen in die Region Afar, insb. von Reisen in die Danakil-Senke, aus Sicherheitsgründen abgeraten.
Im März 2006 wurde ein Österreicher beim Joggen auf dem Gelände des Old Airport in Addis Abeba von einem Wachposten angeschossen; die Botschaft weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass das unbefugte Betreten militärischer Anlagen verboten ist.
In Addis Abeba ist eine Steigerung der Straßenkriminalität zu verzeichnen, wobei Taschendiebe und andere Kleinkriminelle oft äußerst geschickt und trickreich agieren. Als „Hot Spots“ können Entoto, die Hilton-Gegend, Churchill Road, Merkato und Piazza genannt werden. Von einer Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel in Addis Abeba wird nicht nur wegen der im Mai 2006 entdeckten Sprengsätze, sondern auch wegen der zahlreichen dort operierenden Taschendiebe abgeraten.
Auch außerhalb der Hauptstadt mehren sich Berichte über Trickbetrüger, so sollten z.B. in Nationalparks zur Vermeidung von Problemen nur von der Nationalparkverwaltung autorisierte Führer und Wächter angeheuert werden.
In vielen Grenzgebieten, aber auch im Landesinneren kommt es immer wieder zu Überfällen durch bewaffnete Banden. Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit sollten daher unbedingt vermieden werden.
Von der Benützung der Züge zwischen Addis Abeba und Dire-Dawa wird wegen des schlechten Zustands der Geleise, aber auch der Gefahr von Sprengstoffanschlägen und Banditenüberfällen abgeraten.
In vielen Regionen Äthiopiens sind Minen verlegt. Die höchste Konzentration an Minen findet sich an den Grenzen zu Eritrea, Somalia, Sudan und Kenia (Borana Region), aber auch das Landesinnere ist teilweise vermint. In Tigray sollte aus Sicherheitsgründen die Straße Adigrat-Adua-Axum als äußerst nördliche Grenze nicht überschritten werden.
Die Grenze zu Eritrea ist weiterhin gesperrt, die Lage im Grenzgebiet ist angespannt, da sich seit Oktober 2006 eritreische Truppen in der „Temporären Sicherheitszone“ befinden. Vor der akuten Minengefahr bis 80 km innerhalb der Grenze wird nochmals ausdrücklich gewarnt.
In den Grenzgebieten zu Kenia und dem Sudan sind bewaffnete Oppositionsgruppen und Banditen aktiv, es kommt auch immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den dort ansässigen Volksgruppen. Diese Gebiete einschließlich der Region Gambella sollten gemieden werden.
Das Fotografieren öffentlicher Bauten (Gebäude (auch der Bahnhof in Addis Abeba), Brücken, Gleisanlagen, Straßenkreuzungen), militärischer Anlagen und Anlagen von strategischer Bedeutung (z.B. Brücken) sowie uniformierter Personen ist verboten.
Drogendelikte werden schon bei Geringfügigkeit mit langen Haftstrafen geahndet. Die Verfahren sind langwierig und die Haftbedingungen prekär (überfüllte Gefängnisse, ungenügende hygienische Verhältnisse und Gesundheitsversorgung etc.).
Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko begeben möchte, muss sich der Gefährdung bewusst sein. In diesem Fall wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheitslage vor Ort genauestens zu informieren und diese gegebenenfalls während des Aufenthaltes regelmäßig zu überprüfen.
Konsularische Hilfestellung für in Not geratene Österreicher kann, solange sie sich in Gebieten mit aufrechter Reisewarnung aufhalten, wenn überhaupt, nur in sehr eingeschränktem Umfang geleistet werden.
Österreicher benötigen für die Einreise nach Äthiopien einen Reisepass, der bei der Einreise noch 6 Monate gültig sein muss, und ein Visum, das möglichst zwei Wochen vor Reiseantritt bei der äthiopischen Botschaft in Wien beantragt werden sollte. Bei der Beantragung des Visums muss eine gültige Gelbfieberimpfung nachgewiesen werden. Touristen erhalten üblicherweise ein Visum mit einer Gültigkeit zwischen 30 und 90 Tagen.
Grundsätzlich besteht für österreichische Touristen die Möglichkeit, das Visum an den internationalen Flughäfen Bole/Addis Abeba und Dire Dawa zu erhalten (Gebühr US $ 20,--). Im Hinblick darauf, dass dies laut Auskunft der äthiopischen Immigrationsbehörde äußerst zeitaufwendig sein kann, wird davon jedoch abgeraten.
Für Einreisen auf dem Landweg ist es grundsätzlich erforderlich, das Einreisevisum vorab einzuholen. Visa für einen längerfristigen Aufenthalt müssen ebenfalls vor der Einreise eingeholt werden.
Die Eintragung eines Kindes in den Reisepass der Eltern wird akzeptiert. Es existieren keine besonderen Vorschriften für allein reisende Minderjährige oder für Fälle einer Einreise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil.
Die Verlängerung eines Visums ist in Addis Abeba beim „Main Department for Immigration and Nationality Affairs“ (MDINA) (Churchill Road, gegenüber Hauptpostamt, Tel.: 011-155 38 99) gegen Bezahlung einer Gebühr möglich. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein; es sind zwei (möglichst aktuelle) Passfotos vorzulegen, ein Rückflugticket sowie der Nachweis ausreichender Barmittel.
Die Einfuhr der Landeswährung ist bis zu einem Betrag von 100.- Birr, die Mitnahme von Fremdwährung unbegrenzt erlaubt, aber deklarationspflichtig. Devisen sollten bei der Einfuhr deklariert werden; eine Ausfuhr ist nur in der Höhe der deklarierten Einfuhr abzüglich legal gewechselte Beträge erlaubt.
Es empfiehlt sich die Mitnahme von US Dollar in bar oder als Reiseschecks. In Addis Abeba können auch Euro-Scheine problemlos umgewechselt werden. Kreditkarten werden nur vereinzelt akzeptiert. Wechselbestätigungen müssen bis zur Ausreise aufgehoben werden! Gegenstände für den persönlichen Bedarf können zollfrei eingeführt werden.
Die Einfuhr jeder Art pornographischen Materials ist verboten.Die Einfuhr von Waffen und Drogen aller Art ist strikt verboten. Jagdwaffen müssen bei der Einreise deklariert und genehmigt werden.
Wertvolle elektronische Geräte müssen bei der Einreise angegeben werden. Die Zollbehörde trägt diese Geräte bei Einreise in den Pass ein und überprüft bei der Ausreise, ob diese Geräte tatsächlich wieder ausgeführt werden.
Die Ausfuhr von Landeswährung ist bis zu einem Betrag von 100,-- Birr erlaubt, die Ausfuhr von Fremdwährung nur in der Höhe der deklarierten Einfuhr abzüglich legal gewechselter Beträge.
Für den Export von Fellen und Häuten sowie von Gegenständen mit kunsthistorischem Wert (darunter fallen Gegenstände, die über 50 Jahre alt sind, aber auch z.B. neuere Holzarbeiten) ist eine Genehmigung erforderlich.
Bitte beachten Sie bei der Einreise nach Österreich die geltenden Einfuhrbestimmungen.
Im südöstlichen Tiefland heißes und trockenes Wüstenklima mit geringen Niederschlägen. Im Hochland ist das Klima gemäßigter mit Niederschlägen vor allem von Juli bis September (große Regenzeit) und Februar/März (kleine Regenzeit). Das Tiefland im Westen ist tropisch heiß und feucht.
In den heißeren Zonen Äthiopiens sowie den höheren Lagen sollten vor allem in der Eingewöhnungsphase größere Belastungen des Körpers vermieden werden. Außerdem ist speziell in der heißen Jahreszeit auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Man sollte eher leichte Kost zu sich nehmen und fette Speisen vermeiden; übermäßiger Alkoholgenuß setzt die ohnehin geminderte Leistungsfähigkeit des Körpers weiter herab.
Aufgrund der hygienischen Verhältnisse und der unzureichenden Versorgung mit Medikamenten sowie des Mangels an entsprechendem Fachpersonal entspricht die Lage in den Krankenhäusern (auch in der Hauptstadt) nicht dem europäischen Standard. Es besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit AIDS.
Bei der Beantragung des Visums muss eine gültige Gelbfieberimpfung nachgewiesen werden. Abgesehen von einem Basisschutzprogramm für alle Reisenden (Diphtherie/Tetanus/Polio, Hepatitis A und B, Typhus), empfiehlt das Zentrum für Reisemedizin Wien (Tel. 01 - 403 8343) jedoch für Rundreisende und Individualtouristen eine vorbeugende Impfung gegen Cholera, eitrige Gehirnhautentzündung (Meningokokken – Meningitis), für Individualtouristen und bei längeren Aufenthalten zusätzlich gegen Tollwut. Malariaprophylaxe wird-außer im Hochland-ganzjährig für das gesamte Gebiet angeraten.
Auf die Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen ist besonders zu achten. Vorsicht ist weiters beim Genuß von rohem Obst und Salaten angeraten, Leitungswasser sollte nicht getrunken werden. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen.
Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich. Der Abschluß einer Zusatzversicherung für den Krankheitsfall und Krankentransport wird nahegelegt. Dies gilt vor allem auch für Krankentransportflüge, die von mehreren österreichischen Gesellschaften angeboten werden.
Das Lenken eines Fahrzeuges ist nur mit einem äthiopischen Führerschein gestattet (dies gilt auch für nur kurzfristig im Lande befindliche Touristen !). Als Ausstellungsgrundlage dient der österreichische Führerschein zusammen mit einer (konsulargebührenpflichtigen) Bestätigung der Österreichischen Botschaft.
Bei Einreise auf dem Landweg stellt die Zollbehörde ein 6 Monate gültiges Übergangsdokument aus, das allerdings grundsätzlich nur für die Fahrt nach Addis Abeba gilt, wo es gegen einen äthiopischen Führerschein eingetauscht werden sollte.
Mietwagen sind nur über bestimmte dafür lizenzierte Reisebüros erhältlich, die auch die Formalitäten für den Erhalt eines äthiopischen Führerscheins abwickeln.
Der Zustand auch der asphaltierten Straßen ist schlecht. Weitere Risken sind das unberechenbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer und streunendes Vieh. Von nächtlichen Überlandfahrten sollte auch aus diesem Grund abgesehen werden.
Während der Regenzeit können die nicht asphaltierten Straßen auch für Geländefahrzeuge unpassierbar werden.
Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind strafbar. Sowohl männliche als auch weibliche Homosexualität sind in Äthiopien gesetzlich verboten, werden verfolgt und auch bestraft. Auch in der Bevölkerung gibt es keinerlei Toleranz Homosexuellen gegenüber.
Das Außenministerium weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß es keine Gewähr für die Vollständigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernimmt.
|